Medienmitteilung: Einzonung Parzelle 420
An der Gemeindeversammlung vom 26. März 2026 stimmt die Gemeindeversammlung von Oftringen über die Einzonung der Parzelle 420 von der Landwirtschaftszone in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen OeBA ab. In der laufenden Diskussion sind diverse Meinungen in Umlauf, auf welche der Gemeinderat mittels dieser Medienmitteilung eingeht.
Eine Stilllegung will niemand
Die aktuelle KVA ist ein wichtiger Energielieferant für die gesamte Region. Sie produziert bereits heute Strom im Umfang des Bedarfs von rund 15'000 Haushalten sowie Fernwärme für Gewerbe und private Abnehmer in der Grössenordnung von etwa 3'000 Haushalten. Auch die ARA profitiert von der günstigen Energie aus der KVA und kann damit sowohl die Abwassergebühren wie die Produktionskosten der Klärschlammtrocknung tief halten.
Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien gewinnt auch die Bandenergie, die kontinuierlich zur Verfügung steht, zunehmend an Bedeutung. Die KVA ist eine wichtige regionale Quelle von Bandenergie und trägt wesentlich zur Stabilität der Netze bei.
Hier sind sich Befürworter und Gegner einig, dass die KVA als Energielieferant in der Region und somit am Standort Oftringen erhalten bleiben soll. Einig sind sie sich aber nicht, wie dies nun geschehen soll. Die Gegner monieren dabei, dass eine Renovation (Retrofit) ausreicht. Hier muss aber ganz klar betont werden, dass der erzo-Verband diese Frage bereits in den Jahren 2018/19 einer umfassenden Prüfung unterzogen hat. Dabei gelangte man zur Erkenntnis, dass sich eine Renovation aus wirtschaftlicher Sicht nicht lohnt, was damals zum Entscheid über die Stilllegung führte. Denn auch bei einer Renovation muss mit Investitionskosten von 150-200 Mio. CHF ausgegangen werden. Diese Investition verteilt sich jedoch auf bloss 70'000 Tonnen anstelle von 160'000 Tonnen. Da es sich um eine Renovation handelt, geht man von einer tieferen Nutzungsdauer aus, welche die Abschreibungsdauer von 40 auf 20 Jahre herabsetzt. Hinzu kommen grössere Betriebsunterbrüche während der Renovation. Somit muss mit deutlich höheren Verbrennungskosten pro Tonne Abfall gerechnet werden. Zusätzlich sei erwähnt, dass sich die Renergia an diesen Investitionskosten nicht beteiligen würde und diese durch die Verbandsgemeinden mittels Steuergelder in Millionenhöhe zu finanzieren wären. Politisch ist dies kaum mehrheitsfähig.
Nach der Einzonung wird zuerst das definitive Projekt ausgearbeitet. Nur wenn die Rentabilität und die Finanzierbarkeit gegeben ist, wird die neue KVA auch gebaut. Jean-Claude Balmer (Verwaltungsratsvizepräsident Renergia) hat an der Infoveranstaltung vom 24. Februar 2026 klar dargestellt, dass die Renergia als wesentliche Mitinvestorin mit 65 % eine rentable Investition erwartet. Falls dies nicht ausgewiesen werden kann, wird sie sich nicht daran beteiligen. Dies bedeutet, dass die neue KVA nicht gebaut wird. Die Renergia interessiert sich für den Neubau am Standort Oftringen, da sie an ihrem Betriebsstandort in Perlen jetzt schon an ihre Kapazitätsgrenzen stossen und bereits heute Marktkehricht abweisen müssen.
Geben wir dem Projekt eine Chance
Mit der Einzonung der Parzelle 420 gibt die Gemeinde Oftringen dem Projekt eine Chance und ermöglicht so weitere sorgfältige Projektierungsabklärungen, insbesondere zur Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit. Es ist eine Chance, dass die ERZO zusammen mit der Renergia das Projekt weiterentwickeln kann. Erst wenn ein rentables Projekt vorliegt, werden die Beteiligten über eine neue KVA befinden.
Die Gemeindeversammlung Oftringen trägt da eine grosse Verantwortung, damit der richtige Entscheid herbeigeführt werden kann. Denn dieser Entscheid hat Auswirkungen auf die gesamte Region und nicht nur auf Oftringen. Der Gemeinderat ruft alle Oftringer Stimmberechtigten dazu auf, sich über dieses Geschäft zu informieren und an der Gemeindeversammlung vom Donnerstag, 26. März 2026, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Oftringen teilzunehmen. Im Anschluss an die Gemeindeversammlung wird ein Apéro ausgerichtet.
Unter www.oftringen.ch können sämtliche Unterlagen zum Projekt enphor eingesehen und/oder heruntergeladen werden.
